Über den Verein

Über die Neuburger Kammeroper und ihre letzte Produktion:

Wenn man in Neuburgs historischer Altstadt das hübsche Biedermeiertheater mit seinen zwei Rängen und den zierlichen Säulchen sieht, muß man sich als „Musenjünger“ wünschen, daß darin auch Werke des Musiktheaters ein wohlgestimmtes Publikum erfreuen. Das dachte sich auch der in Neuburg aufgewachsene Opernsänger und Regisseur Horst Vladar, als er 1969 mit Freunden die Neuburger Kammeroper gründete. Keiner ahnte damals, daß sich das kaum subventionierte Unternehmen über 30 Jahre halten würde. Inzwischen fördern Stadt und Landkreis die Neuburger Kammeroper soweit, daß wenigstens jeden Sommer eine Produktion auf die Bühne kommt. Dies wird nur möglich, weil außer den Gesangssolisten und dem künstlerischen Führungsteam begeisterte Amateure – Orchester, Technik, Verwaltung – mitwirken. Diese Mischung gibt trotz aller Einschränkungen dem Unternehmen seinen besonderen Reiz.

Die Neuburger Kammeroper wurde über die Region hinaus bekannt, weil sie es sich zum Programm gemacht hat, nur Opern aufzuführen, die kaum an anderen Opernhäusern zu hören sind. Wo bringt man schon Opern von Komponisten wie z. B. Salieri, Himmel, Guglielmi, Philidor, della Maria, Fischietti, Logroscino, Mehul, Martin y Soler, Schweitzer, Isouard, Morlacchi, Galuppi, Gretry, Fioravanti, Danzi, Kreutzer, Mayr, Gaßmann?

Vereins-Geschichte

Wir trauern um unseren langjährigen Bühnenbildner, Herrn Ulrich Hüstebeck. Er wurde 1938 in Halberstadt geboren, studierte freie Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg und Bühnenbild an der Akademie in Wien. Nach mehreren Jahren als Bühnenmaler und Beleuchter bei den Bayreuther Festspielen war er Bühnenbildner an den Theatern in Chur, Hannover (Landesbühne), Maßbach, Regensburg (auch Ausstattungsleiter), Bielefeld, Stralsund, Prag, Marbach, Linz, Schleswig, Halle, Coburg und Lüneburg. Seit 1995 arbeitete er auch für die Neuburger Kammeroper. 2014 musste er sich noch während der Vorbereitungsarbeiten einer schweren Herzoperation unterziehen. Am 09. Oktober 2014 ist er in seinem Wohnort Regensburg seinem Leiden erlegen. Uns war er ein echter „Mitkämpfer und Freund“, dem wir viele Impulse verdanken. So wird er uns, aber auch unserem Publikum, in Erinnerung bleiben.

Unser Gründungsmitglied Heinrich Wladarsch ist am 07. Januar 2013 im Alter von 73 Jahren gestorben. In Neuburg aufgewachsen, gründete er 1969 als junger Mann gemeinsam mit seinem Bruder Horst Vladar sowie Anton Sprenzel, dem damaligen Kulturdezernenten der Stadt, die Kammeroper. Er war viele Jahre ihr Bühnenbildner, später ihr Geschäftsführer, spielte aber auch mehrfach in lustigen kleinen Rollen mit. Wir verlieren mit ihm einen Freund, der die Kammeroper mit Rat und Tat entscheidend mitprägte.

Herr Walter Heinemann, einer unserer früheren Bühnenbildner verstarb am 15. April 2018 in Hürth. Nach dem Bühnenbild zu Halevys „Der Blitz“ (1977) war er bis 1991 mehrfach in Neuburg tätig. Er kam aus dem Malsaal, was man in seinen Arbeiten auch sah. Seine Theaterstationen waren von Düsseldorf, Krefeld, Würzburg, Coburg (Ausstattungsleiter), Basel, Trier und Ingolstadt. In Erinnerung bleiben uns seine Vielseitigkeit, sein Eifer, seine mit großem Können entworfenen und gemalten, unverkennbaren Bühnenprospekte und vor allem auch sein Humor.

Vereinsvorstand

Annette Vladar

1. Vorsitzende

Klaus Labitzke

Kassierer

Brigitte Clemens

2. Vorsitzende

Brigitte Clemens

Petra Gauss-Nikel

Schriftführerin

Petra Gauss-Nikel

Horst Vladar

Künstlerischer Leiter

Horst Vladar

Anton Sprenzel

Ehren-Vorsitzender

„Seit einem Vierteljahrhundert behauptet die Neuburger Kammeroper ihren unverwechselbaren Platz in der Vielfalt des sommerlichen Festspielbetriebes. Komponisten des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts, die selbst dem Fachmann kaum mehr als namentlich bekannt sind, feierten mit ihren Bühnenwerken vitale Auferstehung aus langem Archivschlaf und bewiesen, daß sie – zuverlässig und liebevoll aufbereitet – auch einem heutigen Publikum durchaus noch etwas zu sagen haben.“

(Opernwelt – Oktober 1993)

„Der lang anhaltende Applaus belohnte alle Ausführenden für dieses sicher zu Unrecht vergessene Juwelchen. Mit welcher Ausgrabung wird uns die Neuburger Kammeroper im nächsten Jahr wieder verwöhnen?“

(W. V. im Internet-Magazin ‚operagazet’ vom 31.07.2004 – Übersetzung aus dem Flämischen)

„ …. ein Lehrstück in Sachen neapolitanischen Opernstils, und ein höchst unterhaltsames dazu. …… wie überhaupt die achtköpfige Ensembleliste eine homogene Qualität aufweist ….. Was sich hier – so konstatiert man – auch in diesem Sommer wieder abspielt, ist junges, pulsierendes, lebendiges Musiktheater. In die Jahre gekommen ist die Neuburger Kammeroper nur, was die Zahl der mittlerweile bewältigten Produktionen angeht.“

(Gerhart Asche in „opernwelt“ 9/10 2004)

Sie finden über uns auch Informationen bei:

de.wikipedia.org/wiki/Neuburger_Kammeroper

Neuburger Kammeroper