Der Fächer

(Il Ventaglio)

Komische Oper

nach C. Goldoni von Domenico Gilardoni (1798 – 1831)

Musik von Pietro Raimondi (1786 – 1852)

Uraufführung am 22. Januar 1831 im Teatro Nuovo in Neapel

Rolle

Barbarina, Mädchen aus dem Volk

Yvonne Steiner

Der Graf von Roccamonte, vom Volk Conte genannt

Rainer Weiss

Der Baron von Cedro, vom Volk Baroncino genannt

Baram Gandje

Don Evaristo

Sebastian Schmid

Donna Geltrude, reiche, schwerhörige Dame

Ursula T. Maxhofer-Schiele

Donna Candida, Nichte der Donna Geltrude

Elzbeta Laabs

Susanna, Kurzwarenhändlerin

Ulrike Johanna Jöris

Coronato, Wirt

Michael Hoffmann

Crespino, Schuster

Tjark Baumann

Moracchio, Onkel und Vormund der Barbarina

Elmar Goebel

Timòteo, Apotheker

Horst Vladar

Tognino, Kammerdiener Donna Geltrudes

Karl-Heinz Ottinger

Limoncino, Kellner

Klaus Labitzke

Limoncina, Piccolo

Sophie Labitzke

Musikalische Leitung

Alois Rottenaicher

Inszenierung

Horst Vladar

Bühnenbild

Ulrich Hüstebeck

Korrepetition, musikal. Assistenz

Ralf Eickhoff, Norbert Stork

Techn. Leitung, Beleuchtung

Bernhard Kugler

Ein Wochenende in einer Kleinstadt. Don Evaristo liebt Donna Candida und wird wiedergeliebt. Noch wollen sie das vor den neugierigen Mitbürgern geheim halten. Evaristo kauft bei der Kurzwarenhändlerin Susanna für Candida als Zeichen seiner Verehrung einen schönen Fächer. Da er weiß, dass in dem Städtchen alles beobachtet wird, soll Barbarina den Fächer überbringen. Die Übergabe an sie wird beobachtet, sofort – falsch – interpretiert, kommentiert, weiter erzählt, neu interpretiert, neu kommentiert und von neuem weitererzählt. So entsteht eine Gerüchte-Lawine, die nicht nur die Liebe Candidas auf eine harte Probe stellt, sondern auch anderen Paaren das Leben erschwert und schließlich durch Verdächtigungen und Beschuldigungen die ganze Kleinstadt durcheinander bringt.

Der Komponist: Pietro Raimondi 1786 in Rom geboren, studierte Komposition in Neapel und war mehrere Jahre als Kapellmeister in sizilianischen Städten, bevor er 1820 als Dirigent und Opern-Komponist an das Kgl. Theater in Neapel zurückkehrte. Hier wurden die meisten seiner 62 Opern uraufgeführt, so auch 1831 „Il Ventaglio“. Wie mehrere seiner Opern errang sie auch in anderen italienischen Städten grossen Erfolg und wurde bis weit in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Italien viel gespielt. 1833 wurde Raimondi Direktor des Theaters und des Konservatoriums in Palermo. Kurz vor seinem Tod im Jahr 1853 wurde er noch als Kapellmeister an St. Peter in Rom berufen.

 

Der Librettist: Domenico Gilardoni wurde 1798 in Neapel geboren, schrieb dort über 20 Opernlibretti, u. a. für V. Bellini und G. Donizetti, und starb 1831 ebenfalls dort. „Il Ventaglio“, teilweise im neapolitanischen Dialekt geschrieben, wurde sein meist gespieltes Werk. Es basiert auf C. Goldonis gesellschaftskritischer Komödie (1764), die auch heute noch gelegentlich auf der Bühne zu sehen ist.

 

„Keineswegs ist ‚Il Ventaglio’ eine retrospektive Oper: Sie ist ein reifes Beispiel einer Italienisch/Neapolitanischen Opera buffa. Bessere Kenntnis von Werken dieses Genres kann uns dazu zwingen, die historischen Mythen über die Entwicklung der Italienischen Oper zu überdenken, die zu eng verbunden sind mit der umjubelten Aufnahme der Kunst Verdis.“
(Philip Gossett von der University of Chicago.)

 

Die spielerische Geschichte handelt von einem Fächer, der mehrmals seinen Besitzer wechselt, so dass die Ausführenden immer neue Pärchen bilden, wodurch die klatschenden Dorfbewohner allerhand zu tun bekommen. Die wichtigsten Rollen in diesem amüsanten Werk wurden gespielt von der Sopranistin Yvonne Steiner als reizende Barbarina, dem Bariton Rainer Weiß als Graf Roccamonte, dem iranischen Tenor Baram Gandje als Baron Cedro und dem Tenor Sebastian Schmid als Don Evaristo. Für die kleineren Partien waren die üblichen Mitwirkenden wie immer gut in Form, mit Namen: die Mezzosopranistin Elzbieta Laabs, die Sopranistinnen Ursula T. Maxhofer-Schiele und Ulrike Jöris, der Bariton Michael Hoffmann, der Bassist Horst Vladar und die Tenöre Tjark Baumann und Elmar Goebel. Beim Fallen des Vorhangs gab es beinahe kein Enden der Beifallsbezeugungen aus dem vollen Zuschauerraum.
(OPERA GAZET – REZENSION [Belgien])

 

Fast das gesamte Kleinstadtpersonal … wird in die scheinbar so pikante und von Regisseur Horst Vladar amüsant und temporeich eingerichtete Angelegenheit hineingezogen. … Das Werk wird beherrscht von kunstvoll aufgebauten Ensembles, die in einem wundersam stimmungsvollen und vom Dirigenten Alois Rottenaicher gekonnt in der Schwebe gehaltenem Undecimet für elf Solostimmen und Chor kulminieren.“
(Gerhart Asche in OPERNWELT – Berlin – September/Oktober 2008)

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