Der Kampf der Geschlechter

(Ogus ossia Il trionfo del bel sesso)

Dramma giocoso per musica

von Giovanni Bertati (1735 – 1815)

Musik von Peter von Winter (1754 – 1825)

Uraufführung in Prag 1795

Übersetzung und Fassung von A. und H. Vladar (2005)

Mara, Fürstin von Gynopolis

Antoniette Jana

Àshara, Hofdame

Kunapipi, Gärtnerin

Uta Wittekind

Yvonne Steiner

Kukuában

Ogus, Fürst der Tartaren

Michael Hoffmann

Baram Gandje

Dagon, Hauptmann

Kagúra, Adjutant

Ulrich Löns

Tye M. Thomas

Ababachír, Augur

Horst Vladar

Echo

Ulrich Löns

Musikalische Leitung

Alois Rottenaicher

Inszenierung

Horst Vladar

Bühnenbild

Ulrich Hüstebeck

Korrepetition, musik. Assistenz

Ralf Eickhoff, Norbert Stork

Produktionsassistenz

Annette Vladar

Die Fürstin Mara hat mit Gleichgesinnten – der Bevormundung durch die Männergesellschaft überdrüssig – die Stadt Gynopolis gegründet. Man ist gerade dabei, den Jahrestag zu feiern, als eine Schreckensnachricht kommt: Der als Frauenhasser bekannte Fürst Ogus eile mit seinen Tartaren herbei, um die „Naturordnung“ wieder herzustellen. Der „Kampf der Geschlechter“ wird mit den geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Waffen geführt. Wer wird wohl siegen?

Zum Komponisten:

Der in Mannheim geborene Peter Winter war zunächst Kontrabassist, dann Dirigent bei der Mannheimer Hofkapelle, obwohl er aus wirtschaftlichem Nöten auf autodidaktische Studien angewiesen war. Erst 1775 erhielt er für kurze Zeit Unterricht bei G. J. Vogler. 1778 kam er nach München und wurde dort 1798 Hofkapellmeister. Er unternahm zahlreiche Reisen u. a. nach Wien, Italien, Bayreuth, Prag, Paris, London und Hamburg und war mit Mozart und Schikaneder bekannt. Seine Verdienste um das süddeutsche Musikleben sind unbestritten, und die Verleihung des persönlichen Adelstitels 1814 zeugt von seiner Bedeutung. Berühmt wurde er vor allem durch die Opern „Das Labyrinth“ (Fortsetzung der „Zauberflöte“) und „Das unterbrochene Opferfest“. In den letzten Jahren wurde auch sein „Maometto II. wieder auf die Bühne gebracht.

 

Zum Librettisten:

Die Neuburger Kammeroper brachte 1990 schon eines der Werke von Giovnni Bertati zur Aufführung (Die launische Prinzessin mit Musik von M. A. Portugal). Er wurde 1735 in Martellago geboren und war bereits 1769 der meistbeschäftigte Textdichter der venezianischen Theater, der für alle damals berühmten Komponisten wie Salieri, Cimarosa, Paisiello, Weigl oder Guglielmi schrieb. Seine bekanntesten Libretti wurden „Die heimliche Ehe“ (Cimarosa) und „Don Giovanni“ (Gazzaniga), auf das dann Mozart/da Ponte ihre Oper aufbauten. Er starb 1815 in Venedig, wo er – nach einer kurzen Zeit als Hofdichter in Wien – meistens gelebt und die meisten seiner ca. 70 Libretti herausgebracht hatte.

Vladar verstand es glänzend, einerseits das Textbuch pfiffig und gewitzt für heutige Zeiten angemessen einzurichten, andererseits in seiner Inszenierung die Balance zu halten zwischen dramatischen und lyrischen Elementen und zwischen ironischer Distanz und emotionaler Einfühlung. So gelingt der Kammeroper eine temporeiche, von der Spielfreude des Ensembles und den diesmal praktisch permanent präsenten und geforderten Chören getragene Wiedergabe, die szenisch wie musikalisch zu begeistern weiß. – Peter von Winters erstaunlich variable Handhabung der Arien, sein versierter Umgang mit den verschiedensten Ensemblebesetzungen und seine überaus vielseitige, originale und ausgereifte Instrumentierung können so, nicht zuletzt Dank des ausgefeilten und schwungvollen Spiels der Mitglieder des Akademischen Orchesterverbandes München unter der Leitung von Alois Rottenaicher prächtig zur Geltung kommen. Das Bühnenbild von Ulrich Hüstebeck schafft es vortrefflich, den meist sehr personalintensiven Auftritten Raum und Stimmung zu geben, wobei die kleine Bühne ungeahnte Weiten und Tiefen gewinnt.
(Donaukurier Ingolstadt) 24.07.06

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