Wie man Schulden begleicht – Die Rache der Frauen

von F. A. Philidor – M. J. Sedaine

 

Wie man Schulden begleicht (Blaise le savetier – 1759)

Blaisine

Brigitte Wegenberger

Blaise

Elmar Goebel

Frau Pince

Cornelia Schünemann

Herr Pince

Karl Oblasser

1. Gerichtsvollzieher

Ulrike Deschler

2. Gerichtsvollziehrer

Horst Vladar

Kellner

Stefan Wladarsch

Musikalische Leitung

Rainer Baum

Inszenierung

Horst Vladar

Bühnenbild

Walter Heinemann

Produktionsassistenz

Annette Vladar

Orchester

Mitglieder des Akad. Orchesterverbandes München

Der Schuster Blaise will zur Hochzeit seines Cousins ins Wirtshaus gehen. Blaisine, seine Frau, macht ihm Vorwürfe: Wegen ihrer Schulden könnten sie nicht einmal ein Geschenk mitbringen, und überdies habe sich der Gerichtsvollzieher angekündigt. Tatsächlich erscheinen zwei Gerichtsvollzieher im Auftrag der Hausbesitzer und beschlagnahmen die wenigen Möbel, die noch verblieben sind. Auch Frau Pince, die Hausbesitzerin, erscheint. Sie beschimpft das Paar, das vergeblich um Aufschub bittet. Blaisine jammert, Blaise ist zerknirscht. Er glaubt, die Pfändung sei die Rache von Frau Pince, weil er ihre Liebe nicht erwidere. Blaisine meint, Herr Pince sei der Schuldige, weil sie seine Annäherungsversuche abgewiesen habe. Da sehen sie Herrn Pince mit dem Schuldschein kommen. Ein Plan, blitzschnell geboren, soll die Rettung bringen. Blaise versteckt sich, Blaisine heuchelt Herrn Pince ihre Zuneigung vor und beschwert sich bitter über ihren brutalen Mann. Herr Pince wird weich und drängt der Angebeteten den Schuldschein auf. Nur seine Frau sei so hart und hätte die Gerichtsvollzieher geschickt.

Blaise „‚naht“, Herr Pince muß in einen Schrank flüchten. Während Blaise einen Familienstreit spielt, holt Blaisine Frau Pince. Nun ist es an Blaise, sein Spiel zu machen. Er zeigt Frau Pince den Schuldschein, den ihr Mann an Blaisine zurück gegeben hat und schimpft über seine Frau, die ihn so treulos hintergehe. Frau Pince sei sicher viel besser, die aber legt los: Eiskalt und geldgierig sei ihr Mann, eine Ratte! Aber lange würde es nicht mehr so weitergehen, und sie würde Blaise gehören. Mit einem Krach bricht Herr Pince aus dem Schrank und fällt über seine Frau her. Lachend verfolgen Blaise und Blaisine, wie sich das Ehepaar schimpfend und schlagend entfernt. Ihrer Schulden ledig, beschließen sie, zur Hochzeit des Cousins zu gehen.

Frangois Andre Philidor

1726       geboren am 17. September in Dreux, 80 Kilometer westlich von Paris.

1732       Aufnahme in das Pagencorps der Kapelle von Versailles. Hier erlernt er die Anfangsbegriffe der Musik und des Schachspiels.

1738       erringt seine erste Motette die Gunst Ludwig XV.

1740       läßt sich Philidor in Paris nieder und versucht, seinen Lebensunterhalt mit Musik und Schachspiel zu bestreiten.

1745       hilft er Rousseau bei der Vollendung des Opera-ballet „Les muses galantes“. Im gleichen Jahr erfolgloser Versuch einer Konzerttournee in die Niederlande, von dort nach London. Schachturniere gegen die bedeutendsten Schachspieler der Zeit.

1748       in Holland schreibt er sein Schachbuch „AnaIyse des Echecs“.

1749       wieder in London. Hier kommt sein Buch heraus. 1777 und 1790 folgen Neubearbeitungen.

1754       die Hoffnung auf einen Kapellmeisterposten in Versailles läßt ihn nach Paris zurückkehren.

1756       erste Zusammenarbeit mit Sedaine. Sechs Opern werden folgen.

1759       9. März erster großer Erfolg mit „Wie man Schulden begleicht“ (Blaise le savetier).

bis 1765      elf große Opern, acht davon werden Erfolge, u.a. „Tom Jones“ (27. Februar 1765).

bis 1775      mehrfache Überarbeitung seiner Opern, wenig neue Werke. Am 20. März 1775 Uraufführung von „Die Rache der Frauen“ (Les femmes vengées). Danach fast nur noch Chorkompositionen und Beschäftigung mit dem Schachspiel. 1792 durch Kriegswirren in England festgehalten.

1775—1792 jeweils viermonatige Reisen nach London, um Schachunterricht zu geben und an Turnieren teilzunehmen.

1795       wird ihm von der Regierung Frankreichs Rückkehr nach Paris verweigert.

Am 31. August stirbt Philidor in London.

Michel Jean Sedaine

1719      geboren am 4. Juli in Paris.

1732      muß er vorzeitig von der Schule gehen, um seiner Mutter nach dem Tod des Vaters zu helfen, die Familie zu ernähren. Er arbeitet zuerst als Maurer und Steinmetz und wird später Geschäftsführer eines Bauunternehmens. Nebenher versucht er, seine Bildungslücken durch Selbststudium auszugleichen.

1745      läßt ihn die Begeisterung für das Theater sein Hobby zum Beruf machen: Er arbeitet nur noch als Bühnenschriftsteller.

1756      mit Philidor zusammen erster größerer Erfolg mit „Le diable à quatre“.

1759      „Wie man Schulden begleicht“ (Blaise le savetier).

1762      Zusammenarbeit mit Monsigny, in den Folgejahren entstehen neun Opern in dieser Teamarbeit.

1764      erringt die Oper „Rose et Colas“ von Monsigny/Sedaine die Gunst von Königin Marie-Antoinette. Sedaine ist ein gemachter Mann.

1773      Zusammenarbeit mit Grétry. Fast zwanzig Jahre dauert diese Partnerschaft, in der zehn Opern entstehen.

1775      „Die Rache der Frauen“ (Les femmes vengées), wieder mit Philidor.

1784      „Richard Löwenherz“ wird ein Triumph für das Team Grétry/Sedaine und bestimmt die Académie Française, den Autor 1786 in ihre Reihen aufzunehmen.

1789      nach dem Ausbruch der Revolution gerät er langsam in Vergessenheit. Auf seinem Landgut in Saint Prix bei Montmorency übersteht er im Kreise seiner Familie die Wirren der Zeit.

1797      stirbt er am 17. Mai in Paris.

„Der Hinweis der Neuburger Kammeroper auf den Buffa-Komponisten F. A. Philidor war ein ebenso anregendes wie amüsantes Unternehmen, dem man in unseren Theaterspielplänen Folgen wünschte.“
(Opernwelt X/86)

 

„Eine echte, verdienstvolle Wiederentdeckung!“
(Schwäbische Neue Presse, Augsburg, 7.8.86)

Die Rache der Frauen (Les femmes vengées – 1775)

Frau Riss

Cornelia Schünemann

Herr Riss

Karl Oblasser

Frau Assessor

Brigitte Wegenberger

Herr Assessor

Horst Vladar

Frau Direktor

Ulrike Deschler

Herr Direktor

Elmar Goebel

Musikalische Leitung

Rainer Baum

Inszenierung

Horst Vladar

Bühnenbild

Walter Heinemann

Produktionsassistenz

Annette Vladar

Orchester

Mitglieder des Akad. Orchesterverbandes München

Frau Riss hat die Frauen des Direktors und des Assessors zu sich eingeladen. Zu ihrer Überraschung müssen die beiden Damen erfahren, daß ihre Männer nicht auf Dienstreise sind, sondern mit der von ihnen angebeteten Frau Riss ein Souper vereinbart haben. Sie nimmt den wütenden Damen das Versprechen ab, keine Szenen zu machen, sondern sich mit Verstand zu rächen. Sie habe ihrem Mann alles erzählt. Die Ehemänner würden beim Souper von ihm überrascht und dadurch gezwun-gen, sich im Nebenzimmer zu verstecken. Dann werde sie die beiden Damen herbeiholen, man werde zu viert speisen und sich dabei köstlich über die zum Stillhalten gezwungenen Männer amüsieren. Die Frauen sind von dem Plan begeistert und gehen. Frau Riss richtet alles für das Souper.

Der Direktor und der Assessor erscheinen, erfahren, daß der Hausherr auf Reisen ist, machen es sich gemütlich und beginnen zu flirten. Da läutet es. Frau Riss versteckt die beiden vor dem „überraschend“ heimkehrenden Maler im Nebenzimmer, von wo aus sie alles beobachten können. Riss stellt sich wegen des gedeckten Tisches überrascht, doch seine Frau erklärt ihm, sie habe ihre Nachbarinnen zum Souper eingeladen und gehe sie nun holen. Alleingelassen täuscht Riss Freude über
das unerwartete Zusammentreffen mit seiner heimlichen Geliebten vor. Die „Beobachter“ hoffen noch, daß diese die Frau des jeweils anderen ist. Der Besuch trifft ein. Man beginnt zu speisen. Der Wein ist Riss nicht gut genug. Er schickt seine Frau in den Keller. Da diese erklärt, sie fürchte sich, geht die Frau Direktor mit. Vom Gang her beobachten die beiden den Fortgang der Geschichte: der Maler bedrängt die Frau Assessor und entschwindet mit ihr in den Garten. Wütend will der Assessor nach. Der Direktor versucht, ihn zu beruhigen. Die Ehemänner verstecken sich wieder, da Riss mit der Frau Assessor zurückkommt. Die anderen Damen bringen
den Wein. Man unterhält sich mit viel Andeutungen. Lustige Lieder erschallen. Der Wein geht zur Neige. Diesmal gehen Frau Riss und die Frau Assessor in den Keller. Die Frau Direktor gesteht ihre „verbotene Liebe“ zu Herrn Riss. Sie verschwinden. Nur mit Mühe kann der Assessor den Direktor beruhigen. Die anderen kommen nacheinander herein und beschuldigen sich gegenseitig der Untreue und Falschheit. Nach dem Streit begleitet Riss die Damen heim.

Der Direktor und der Assessor bedrängen nun die alleingelassene Frau Riss und bieten sich als Mittel zur Rache an ihrem Ehemann an. Da kommen die Ehefrauen zurück. Nach Vorwürfen der Ehemänner können sie ihr Lachen über die Getäuschten nicht mehr halten. Die Schürzenjäger erkennen, daß man sie hereingelegt hat. Die Versöhnung läßt nicht mehr lange auf sich warten.

Frangois Andre Philidor

1726       geboren am 17. September in Dreux, 80 Kilometer westlich von Paris.

1732       Aufnahme in das Pagencorps der Kapelle von Versailles. Hier erlernt er die Anfangsbegriffe der Musik und des Schachspiels.

1738       seine erste Motette erringt die Gunst Ludwig XV.

1740       läßt sich Philidor in Paris nieder und versucht, seinen Lebensunterhalt mit Musik und Schachspiel zu bestreiten.

1745       hilft er Rousseau bei der Voilendung des Opera-ballet „Les muses galantes“. Im gleichen Jahr erfolgloser Versuch einer Konzerttournee in die Niederlande, von dort nach London. Schachturniere gegen die bedeutendsten Schachspieler der Zeit.

1748       in Holland schreibt er sein Schachbuch „AnaIyse des Echecs“.

1749       wieder in London. Hier kommt sein Buch heraus. 1777 und 1790 folgen Neubearbeitungen.

1754       die Hoffnung auf einen Kapellmeisterposten in Versailles läßt ihn nach Paris zurückkehren.

1756       erste Zusammenarbeit mit Sedaine. Sechs Opern werden folgen.

1759       9. März erster großer Erfolg mit „Wie man Schulden begleicht“ (Blaise le savetier).

bis 1765      elf große Opern, acht davon werden Erfolge, u.a. „Tom Jones“ (27. Februar 1765).

bis 1775      mehrfache Überarbeitung seiner Opern, wenig neue Werke. Am 20. März 1775 Uraufführung von „Die Rache der Frauen“ (Les femmes veng6ees). Danach fast nur noch Chorkompositionen und Beschäftigung mit dem Schachspiel. 1792 durch Kriegswirren in England festgehalten.

1775—1792 jeweils viermonatige Reisen nach London, um Schachunterricht zu geben und an Turnieren teilzunehmen.

1795       wird ihm von der Regierung Frankreichs Rückkehr nach Paris verweigert.

Am 31. August stirbt Philidor in London.

Michel Jean Sedaine

1719      geboren am 4. Juli in Paris.

1732      muß er vorzeitig von der Schule gehen, um seiner Mutter nach dem Tod des Vaters zu helfen, die Familie zu ernähren. Er arbeitet zuerst als Maurer und Stein-metz und wird später Geschäftsführer eines Bauunternehmens. Nebenher versucht er, seine Bildungslücken durch Selbststudium auszugleichen.

1745      läßt ihn die Begeisterung für das Theater sein Hobby zum Beruf machen: Er arbeitet nur noch als Bühnenschriftsteller.

1756      mit Philidor zusammen erster größerer Erfolg mit „Le diable a quatre“.

1759      „Wie man Schulden begleicht“ (Blaise le savetier).

1762      Zusammenarbeit mit Monsigny, in den Folgejahren entstehen neun Opern in dieser Teamarbeit.

1764      erringt die Oper „Rose et Colas“ von Monsigny/Sedaine die Gunst von Königin Marie-Antoinette. Sedaine ist ein gemachter Mann.

1773      Zusammenarbeit mit Grétry. Fast zwanzig Jahre dauert diese Partnerschaft, in der zehn Opern entstehen.

1775      „Die Rache der Frauen“ (Les femmes vengees), wieder mit Philidor.

1784      „Richard Löwenherz“ wird ein Triumph für das Team Grétry/Sedaine und bestimmt die Académie Française, den Autor 1786 in ihre Reihen aufzunehmen.

1789      nach dem Ausbruch der Revolution gerät er langsam in Vergessenheit. Auf seinem Landgut in Saint Prix bei Montmorency übersteht er im Kreise seiner Familie die Wirren der Zeit.

1797      stirbt er am 17. Mai in Paris.

„Der Hinweis der Neuburger Kammeroper auf den Buffa-Komponisten F. A. Philidor war ein ebenso anregendes wie amüsantes Unternehmen, dem man in unseren Theaterspielplänen Folgen wünschte.“
(Opernwelt X/86)

 

„Eine echte, verdienstvolle Wiederentdeckung!“
(Schwäbische Neue Presse, Augsburg, 7.8.86)

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